Erdhummel-Fotosafari

Hummeln sind vielen bekannt. Wer genauer hinsieht, entdeckt jedoch, wie unterschiedlich die einzelnen Arten sind. In Österreich gibt es über 40 Hummelarten, die sich oft erst auf den zweiten Blick unterscheiden lassen.
Für den Einstieg eignet sich die Gruppe der Erdhummeln besonders gut. Sie ist häufig anzutreffen und daher gut zu beobachten. Durch ihre typischen Merkmale lassen sie sich leicht erkennen und miteinander vergleichen.

Die Fotosafari verbindet Naturerlebnis mit aktivem Entdecken und fördert auf anschauliche Weise die Artenkenntnis sowie einen bewussten Blick auf die Vielfalt der Natur.

Das brauchst du dazu

  • Smartphone oder Kamera
  • optional: Vorlage oder Zeichnung einer Erdhummel

So gehts
Hast du schon einmal bewusst eine Erdhummel beobachtet? Sieh dir zuerst die Zeichnung genau an. Achte nicht nur auf die Farben, sondern auch darauf, wo sich die gelben und schwarzen Streifen am Körper befinden.
Nimm anschließend eine Kamera und geh nach draußen. Suche eine Wiese oder einen Garten mit vielen blühenden Pflanzen. Wenn du ein tiefes Brummen hörst, ist eine Hummel meist nicht weit.

Beobachte die Hummel ruhig und folge ihr vorsichtig, bis sie sich auf eine Blüte setzt. Mach mehrere Fotos – möglichst von oben, von der Seite und von vorne. So kannst du die Merkmale später besser erkennen und vergleichen.

Konntest du eine Erdhummel entdecken? Vergleiche deine Fotos mit der Zeichnung:

  • Wo liegen die gelben Streifen?
  • Wie sieht das Hinterende aus?

Achte auch auf die Körpermerkmale: Hat dein Tier einen Kopf, einen Brustteil und einen Hinterleib sowie sechs Beine? Dann gehört es zur Tiergruppe der Insekten.

Extra-Tipp:
Hummeln sind auf strukturreiche und blütenreiche Lebensräume angewiesen. Du kannst ihnen helfen, indem du im Garten heimische Blumen wachsen lässt, seltener mähst oder kleine wilde Ecken stehen lässt. So finden Hummeln Nahrung und geschützte Plätze zum Leben.


Hintergrundinformation
Das genaue Beobachten von Tierarten ist eine wichtige Grundlage für Naturverständnis und Wertschätzung von Biodiversität. Die persönliche Einstellung gegenüber Lebewesen entwickelt und stärkt sich oft durch bewusstes Wahrnehmen und Erkennen. Wer Arten kennt, kann auch ihre Lebensräume und Bedürfnisse besser verstehen. Gerade heute ist das besonders wichtig: Weltweit erleben wir ein massives Artensterben. Schätzungen zufolge sind rund eine Million Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht – besonders betroffen sind Insekten.

Hummeln eignen sich sehr gut für die Arbeit im Unterricht. Sie sind vergleichsweise häufig, gut zu beobachten und über einen langen Zeitraum im Jahr aktiv. Sie haben zwar einen Stachel, sind aber grundsätzlich sehr friedliebende Tiere.

Die sogenannte Erdhummel ist dabei keine einzelne Art, sondern eine Gruppe mehrerer sehr ähnlicher Arten, die sich im Gelände kaum unterscheiden lassen. Typisch sind die gelb-schwarzen Querbänder sowie das helle bis weißliche Hinterende. Die Behaarung ist dicht und eher struppig, wodurch die Übergänge der Farbstreifen oft unscharf wirken.

Wie alle Hummeln gehören Erdhummeln zu den Wildbienen und spielen eine wichtige Rolle als Bestäuber. Durch ihre dichte Behaarung können sie besonders viele Pollen aufnehmen und zwischen Blüten transportieren. Viele Pflanzen sind auf ihre Bestäubungsleistung angewiesen. Hummeln können außerdem durch Muskelzittern Wärme erzeugen und dadurch bereits bei sehr niedrigen Temperaturen fliegen. Oft sind sie schon unterwegs, wenn andere Insekten noch nicht aktiv sind.

Erdhummeln besitzen einen vergleichsweise kurzen Rüssel. Deshalb beißen sie manchmal seitlich kleine Löcher in Blüten, um an den Nektar zu gelangen. Dieses Verhalten nennt man „Nektarraub“. Bei Taubnesseln kann man solche kleinen Löcher häufig entdecken. Dabei wird kein Pollen übertragen und es findet keine Bestäubung statt.

Der gesammelte Nektar dient den Hummeln vor allem als Energiequelle und spielt auch für die Versorgung des Nachwuchses eine wichtige Rolle. Nur die befruchtete Hummelkönigin überwintert in einem geschützten Versteck. Im Frühjahr sucht sie nach geeigneten Nistplätzen, wie verlassenen Mäusenestern. Dort legt sie ihre ersten Eier ab und versorgt die schlüpfenden Larven mit Blütennektar und Pollen. Im Unterschied zu Honigbienen stellen Hummeln keinen Honig her, sondern nutzen den gesammelten Nektar direkt zur Versorgung ihres Nachwuchses.

Nach einigen Wochen schlüpfen die ersten Arbeiterinnen, die die Nahrungssuche übernehmen. Die Königin bleibt nun im Nest und kümmert sich um die weitere Entwicklung des Hummelstaats. Ab dem Frühsommer entstehen Männchen und Jungköniginnen. Nach der Paarung sterben im Herbst alle Tiere des Volkes. Nur die befruchteten Jungköniginnen überwintern und gründen im nächsten Jahr neue Hummelstaaten.

Hummeln sind gut an kühlere Temperaturen angepasst und können bereits früh im Jahr aktiv sein. Gleichzeitig reagieren sie empfindlich auf Veränderungen ihrer Umwelt. Klimakrise, intensive Flächennutzung und der Verlust blütenreicher Lebensräume führen dazu, dass sich ihre Verbreitungsgebiete zunehmend in höhere Lagen verschieben.

Für den Schutz von Hummeln sind strukturreiche Lebensräume besonders wichtig. Blütenreiche Wiesen, heimische Wildpflanzen sowie Totholz, Steinhaufen, offene Bodenstellen oder Laubhaufen bieten Nahrung und Nistmöglichkeiten. Auch im Schulumfeld oder im eigenen Garten können solche kleinen „wilden Ecken“ einen wertvollen Beitrag zum Schutz der Hummeln leisten.

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